Das Auge

Das Auge

Aufbau_des_AugesMan kann das Auge mit einem Fotokamera vergleichen. Die Kamera besteht aus einem auf die Entfernung einstellbarem Linsensystem (Objektiv), einer Blende zur Regulierung des Lichteinfalls, dem Bildträger (Film), den Verschluß und das Gehäuse.

Auch das Auge hat ein Linsensystem, bestehend aus einer starren Frontlinse (Hornhaut) und einer verstellbaren Linse (Augenlinse). Die Aufgabe der Blende übernimmt die Regenbogenhaut (iris).

Bildträger ist die Netzhaut. Das Gehäuse des Auges ist die Lederhaut und versorgt wird das Auge durch die Aderhaut.

Aufbau und Funktion des Auges

Der Augapfel (bulbus) besteht aus drei Hautschichten. Die äußere Haut – Faserhaut (tunica fibrosa) – wird unterteilt in Lederhaut (sclera) und Hornhaut (cornea). Aderhaut (chorio idea), Ziliarkörper (corpus ciliare) und Regenbogenhaut (iris) bilden die mittlere Haut – Gefäßhaut ( tunica vasculosa). Die Netzhaut (retina) ist die innere Haut.

Lederhaut (sklera)

Sie ist eine Sehnenhaut und damit die festeste Haut des menschlichen Körpers.

Aufgabe: Sie gibt dem Auge die Form und schützt es.

In der Lederhaut gibt es drei wichtige Orte

  • Die Siebplatte: Sie liegt am hinteren Pol des Auges und bildet ein Sieb durch das Sehnervenfasern aus dem Auge treten können.
  • Der Schlemmsche Kanal: Der ringförmige Kanal liegt zwischen Lederhaut und der Hornhaut. Er ist der Ableitungskanal für das Kammerwasser.
  • Die Fontanaschen Räume: Das Kammerwasser gelangt durch die Fontanaschen Räume in den Schlemmschen Kanal. Die Fontanaschen Räume sollen den Abfluß des Kammerwassers etwas hemmen, damit sich der Augeninnendruck bildet.

Hornhaut (cornea)

HORNHAUT2Die Hornhaut liegt der Lederhaut “uhrglasförmig” auf und ist mit ihr verwachsen. Sie ist durchsichtig und außerordentlich berührungsempfindlich (Schutzmaßnahme).

Aufgabe: Sie bildet mit dem Kammerwasser zusammen eine starke sammelde Fläche, die ca. 75% des Gesamtbrechwertes des Auges ausmacht, und hat mit der Linse die Aufgabe ein scharfes Bild auf der Netzhaut zu erzeugen.

Die Übergangsstelle zwischen Hornhaut und Lederhaut wird als Limbus bezeichnet.

Aderhaut (chorio idea)

Sie ist der blutreichste Teil des Auges und mit zahlreichen Arterien und Venen durchzogen. Außerdem sind in der Aderhaut zahlreiche Pigmente (schwarze Farbkörnchen) eingelagert.

Aufgabe: Sie ernähert das Auge mit Ausnahme der Netzhaut, dunkelt das Augeninnere gegen das Außenlicht ab und versorgt die Netzhaut stets mit frischen Sehstoffen, ohne die das Sehen nicht möglich wäre.

Ziliarkörper (corpus ciliare)

Er ist ein ringförmiger, elastischer Körper. In den Furchen an der Oberfläche sind zahlreiche Drüsen, die das Kammerwasser erzeugen und absondern. Im Ziliarkörper befindet sich der ringförmige Akkommodationsmuskel.

Aufgabe: Erzeugung des Kammerewassers, flachziehen der Augenlinse, Akkommodation.

Regenbogenhaut (iris)

Sie ist eine kreisrunde Scheibe, in deren Mitte sich das Sehloch (Pupille) befindet. Die Pupille verändert sich durch zwei Muskeln. Im Alter büßt die Pupille an Beweglichkeit ein.

Aufgabe: Die Iris ist die Blende des Auges. Sie reguliert die Lichtmenge, die in das Auge fällt.

Augenlinse (lens cristallina)

Die Augenlinse ist eine faserige Substanz, die zum Kern dichter wird. Sie ist optisch inhomogen und enthält keine Nerven und Blutgefäße. In Akkommodationsruhe (beim rechtsichtigen Auge mit Blick in die Ferne) wird die Linse durch die stärkere Eigenelastizität des Ziliarkörpers “flachgezogen”.Beim Blick in die Nähe sorgt der Ziliarmuskel dafür, daß sich die Augenlinse stärker krümmt, wodurch der Brechwert zunimmt.

Glaskörper (corpus vitreum)

Der Glaskörper ist eine gallertartige Substanz ( 98% Wasser), die von einer dünnen Hülle umschlossen wird. Er ist nerven- und blutgefäßlos. Trübungen und Schlieren im Glaskörper können Schattenbilder auf der Netzhaut erzeugen

Netzhaut (retina)

Die Netzhaut ist ein glasklares Häutchen. Sie besteht in der Hauptsache aus den Rezeptoren – den Zapfen und Stäbchen. Beide sind Sinneszellen und haben eine 6-eckige Querschnittsfläche.

Aufgabe: Zapfen und Stäbchen wandeln das Licht in Nervenreize um.

Zapfen

Mit den Zapfen sehen wir Farben, Formen und Bewegung. Sie sind weniger Lichtempfindlich, daher sehen wir mit ihnen nur am Tag. (Bei hellem Licht sehen wir mit ihnen farbig und deutlich.)

Stäbchen

Mit ihnen sehen wir Hell-Dunkel, grobe Umrisse und Bewegungen. Bei geringem Licht sehen wir mit ihnen farblos und undeutlich.

Wichtige Orte der Netzhaut:

Netzhautgrube (fovea centralis) – Punkt des schärfsten Sehens

Am hinteren Augenpol befinden sich in einer Vertiefung die meisten Zapfen. In der Dunkelheit ist diese Stelle für uns blind, da sich hier keine Stäbchen befinden. Um die Netzhautgrube ist eine gelb gefärbte Zone, die Marcula. Sie enthält neben zahlreichen Zapfen auch schon mehrere Stäbchen. Zum Rande der Netzhaut hin nimmt die Zahl der Zapfen ab und die der Stäbchen zu.

Blinder Fleck (papille)

Die Sehnervenfasern verlassen 4mm neben der Netzhautgrube, zum Sehnerven gebunden, das Auge durch die Siebplatte. Dort sind keine Zapfen und Stäbchen, daher ist dieser Fleck auch vollkommen blind.